Yamaha RW 700 und RW 700 Explore 2027

Zwei neue Yamaha Adventure Scooter

Yamaha erweitert sein Roller-Segment um eine ungewöhnliche Modellfamilie. Auf der EICMA 2026 präsentiert der japanische Hersteller mit dem RW 700 und dem RW 700 Explore zwei Adventure-Scooter, die Komfort und Alltagstauglichkeit eines Rollers mit echter Offroad-Technik verbinden sollen. Dabei treffen bewährte Motorradkomponenten auf moderne Automatiktechnik und eine umfangreiche Elektronik-Ausstattung.

Yamaha bringt dafür beste Voraussetzungen mit: Die Erfahrung aus dem Endurosport und der Ténéré-Baureihe trifft auf das Know-how aus den erfolgreichen TMAX- und XMAX-Scootern. Das Ergebnis ist ein eigenständiges Konzept für Fahrer, die sich im Stadtverkehr ebenso wohlfühlen möchten wie auf Schotter- und Feldwegen.

Yamaha RW 700 im Gelände

Quelle:Yamaha-Motor.eu

689-Kubik-CP2-Motor mit automatisiertem Schaltgetriebe

Herzstück des RW 700 ist der bekannte CP2-Reihenzweizylinder mit 689 Kubikzentimetern Hubraum. Er leistet 51 kW (69,3 PS) bei 8.250/min und stellt ein maximales Drehmoment von 65 Nm bei 6.500 bis 6.750/min bereit. Die Kraftübertragung übernimmt das automatisierte Schaltgetriebe Y-AMT. Es verbindet den Fahrkomfort eines Automatikrollers mit der Möglichkeit, die Gänge bei Bedarf manuell über Schaltwippen am Lenker zu wechseln.

Fahrwerk und Bremsen mit Offroad-Ambitionen

Für den Einsatz abseits befestigter Straßen setzt Yamaha auf einen stabilen Stahlrohrrahmen. Die Upside-down-Gabel bietet 160 mm Federweg, hinten arbeitet eine Motorradschwinge mit Kettenantrieb und einem über Umlenkung angelenkten Zentralfederbein mit 155 mm Federweg.

Vorn sorgen radial montierte Vierkolben-Bremszangen für eine kräftige Verzögerung. Die Kombination aus Fahrwerk und Bereifung unterstreicht den Adventure-Anspruch. Das 17-Zoll-Vorderrad und das 15-Zoll-Hinterrad sind serienmäßig mit Pirelli Scorpion Rally STR ausgestattet.

Mit 221 Kilogramm vollgetankt ist der RW 700 allerdings kein Kandidat für anspruchsvolle Enduro-Wettbewerbe. Seine Stärken liegen vielmehr auf längeren Erkundungstouren, Schotterpisten und Feldwegen. Gleichzeitig soll er im täglichen Stadtverkehr und beim Pendeln eine gute Figur machen.

Frontansicht Lampenmaske Yamaha RW 700

Quelle:Yamaha-Motor.eu

Umfangreiche Elektronik und fünf Fahrmodi

Auch bei der Elektronik fährt Yamaha groß auf. Eine Sechs-Achsen-IMU arbeitet mit der elektronischen Drosselklappensteuerung YCC-T zusammen. Daraus entsteht ein umfangreiches Assistenzpaket mit Traktionskontrolle, Slide Control, Brake Control und einem Back-slip-Regulator.

Insgesamt stehen fünf Fahrmodi zur Verfügung. Die drei Einstellungen Sport, Street und Eco sind für den Straßenbetrieb vorgesehen. Für lose Untergründe gibt es die Modi Explore und Explore+, wobei Letzterer individuell angepasst werden kann.

Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer ergänzen die Ausstattung. Sämtliche Einstellungen und Fahrzeugfunktionen lassen sich über das Connectivity-fähige TFT-Display im Cockpit verwalten.

Durchdachte Ergonomie für Stadt und Gelände

Das Bedienkonzept unterscheidet sich deutlich von klassischen Rollern. Einen Fußschalthebel gibt es aufgrund des Y-AMT-Getriebes nicht. Auch die Hinterradbremse wird ausschließlich über einen Handhebel betätigt.

Die Sitzhöhe beträgt vergleichsweise moderate 810 mm. Ein ungewöhnlich platzierter 14-Liter-Tank schafft zusätzlichen Bewegungsraum. Für Fahrten im Stehen stehen mittig angeordnete Enduro-Fußrasten zur Verfügung. Ausklappbare Fußbretter ermöglichen dagegen eine entspannte Sitzposition auf längeren Strecken.

Auch der praktische Nutzen kommt nicht zu kurz. Unter dem Beifahrersitz befindet sich ein Staufach, das einen Integralhelm aufnehmen soll. Windschild, Handschützer und Steinschlagschutz gehören ebenfalls zum Ausstattungskonzept.

Yamaha RW 700 Explore als Top-Modell

Wer noch mehr Komfort möchte, greift zum RW 700 Explore. Das Spitzenmodell bietet zusätzlich eine Griffheizung, einen beheizbaren Fahrersitz, eine einstellbare Upside-down-Gabel mit goldfarben eloxierten Tauchrohren sowie einen serienmäßigen Hauptständer.

Bei der Materialauswahl berücksichtigt Yamaha außerdem Nachhaltigkeitsaspekte. Für verschiedene Verkleidungs- und Anbauteile kommen teilweise biobasierte oder recycelte Materialien zum Einsatz.

Preise für Yamaha RW 700 und Explore noch offen

Einen Preis hat Yamaha für die beiden neuen Modelle bislang nicht bekannt gegeben. Die RW-700-Familie wird nach unten durch den ebenfalls neuen RW 350 ergänzt, der das Adventure-Scooter-Konzept in die Mittelklasse bringt.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Mix mit viel Potenzial

Mit dem RW 700 und dem RW 700 Explore wagt Yamaha einen eigenständigen Schritt im Scooter-Segment. Die Kombination aus kräftigem Zweizylinder, automatisiertem Schaltgetriebe, geländetauglichem Fahrwerk und umfangreicher Elektronik verspricht eine interessante Mischung aus Alltagstauglichkeit und Abenteuerlust.

Ob die ungewöhnliche Formgebung bei den Kunden ankommt, bleibt abzuwarten. Technisch zeigt Yamaha jedenfalls, dass ein Adventure-Scooter deutlich mehr sein kann als ein gewöhnlicher Roller mit grobstolliger Bereifung.

Quelle:  Motorrradonline.de

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